Die Süßlupine ein noch wenig beachteter pflanzlicher Eiweißlieferant mit viel Potenzial!
Viele Blumenliebhaber kennen Lupinen als Sommerblume im Garten oder als bäuerliche Schnittblume auf Wochenmärkten. In den unterschiedlichsten Farben zu bekommen, handelt es sich dabei um Bitterlupinen. Deren Samen sind aufgrund ihrer alkaloidreichen Bitterstoffe nicht zum Verzehr geeignet. Ganz anders die Süßlupinen (Lupinus albus), bei dieser Sorte handelt es sich um eine Hülsenfrucht, die zwischenzeitlich bei uns in Deutschland von einigen Bio-Höfen angebaut wird. Hier hat man diese Bitterstoffe herausgezüchtet, sodass nur die ansonsten vorteilhaften Eigenschaften des Lupinensamens verbleiben. Und nützlichen Eigenschaften haben Süßlupinen in vielfältiger Weise. Auf dem Feld sind sie als Leguminosen sogenannte Stickstoffsammler und tragen mit Ihren tiefen Wurzeln zur Bodenlockerung bei. Sie können Stickstoff aus der Luft aufnehmen und über die Wurzeln in den Boden verfrachten.
In der Küche zeigt sich die Süßlupine als vielseitig verwendbarer pflanzlicher Eiweißlieferant.
Lupineneiweiß hat eine hohe Wertigkeit. Sie enthalten essenzielle Aminosäuren wie Lysin, Methionin und Tryptophan. Das Eiweiß der Süßlupine weist Ähnlichkeiten mit Milcheiweiß auf, sodass es sich zur Herstellung von Lupinen-„Milch“, Lupinen-Joghurt oder Lupinen-Frischkäse eignet. Lupinenmehl wirkt emulgierend und verbessert beim Teig die Fähigkeit zur Wasserbindung, die Stabilität und die Frische. Lupinenmehl wird in der Veggie Küche auch gerne als Eiersatz verwendet. Die ganzen Samen eignen sich gut für knackige Keimsprossen. Das Mehl aus Süßlupinen lässt sich gut als Backzutat für proteinreiche Brote und andere Backwaren, oder als proteinreiche Ergänzung in Smoothies verwenden. Das feine Lupinengranulat ist in der Gesundheitsküche ideale Basis für vegetarische Burger oder Gemüsebuletten, für Bolognese (statt herkömmlichem Sojagranulat), als Füllung, für gesunde Salate wie Taboulé oder statt Couscous und Bulgur. Für eine Grundzubereitung werden für 2-3 Personen 150 g Schrot mit 250 ml leicht gesalzenem Wasser 10 Minuten gekocht. Anschließend noch 10 Minuten quellen lassen und nach Belieben verfeinern.
Die Süßlupine hat im Vergleich zu anderen Saaten, auch im Vergleich zu Bohnen oder Linsen, einen deutlich höheren Proteingehalt von über 35 %. Gegenüber Sojaprotein hat Lupinenprotein den Vorteil, dass es verträglicher ist. Lupinenschrot haben zwar etwas weniger Eiweiß als Sojaschrot, jedoch auch weniger Fett und dafür mehr wertvolle Ballaststoffe. Die Süßlupine enthält im Gegensatz zur Sojabohne keine Purine. Sie führt deshalb nicht zu Problemen bei Gicht, Rheuma oder hohem Harnsäurespiegel. Wer viele verschiedene Lebensmittel auf seinen Speiseplan setzt und sich abwechslungsreich und schlau ernährt, der enthält auch mit einer rein pflanzlichen Ernährung alle essenziellen Aminosäuren – bleiben Sie gesund und leistungsfähig!




