Homocystein - der oft vergessene Blutwert

Mit diesem Beitrag wollen wir einmal mehr auf den Blutparameter Homocystein und darauf aufmerksam machen, wie und wieso Homocystein Ihr Gehirn, Herz und Ihre Zukunft gefährden kann. Homocystein ist ein Zwischenprodukt des Eiweißstoffwechsels – es spielt in der Prävention chronischer Erkrankungen eine oft unterschätzte Rolle. Ein dauerhaft erhöhter Homocysteinspiegel gilt heute als unabhängiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle, Alzheimer-Demenz und Osteoporose. Dr. Kilmer McCully hat bereits ab den 1970er Jahren in damals bahnbrechende Arbeit erkannt, dass erhöhte Homocysteinwerte mit Gefäßschäden und in der Folge mit Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung stehen.

McCullys Forschung, basierend auf fundierter Biochemie und Pathologie, identifizierte Homocystein als einen übersehenen, aber starken Faktor für Gefäßschäden, lange bevor dies allgemein anerkannt wurde. Dennoch wird Homocystein bei Blutuntersuchungen auch heute noch häufig übersehen. Selbst im großen Blutbild wird es nicht als Standard analysiert. Dabei sind die Kosten für eine Homocystein-Analyse im Labor mit etwa 20 bis 30 Euro überschaubar. Unserer Ansicht nach gut investiertes Geld, denn sie gibt eine starke Orientierung, wie man ggf. seine Ernährung und Mikronährstoff optimieren sollte. Bei begründetem Verdacht auf Gefäßerkrankungen oder Vitamin-B-Mangel übernimmt die Krankenkassen oft die Kosten.

Woher kommt das Homocystein? Homocystein entsteht beim Abbau der Aminosäure Methionin, die in eiweißreichen Lebensmitteln vorkommt. Um es wieder abzubauen oder in andere, nützliche Stoffe umzuwandeln, benötigt der Körper bestimmte Mikronährstoffe. Vor allem: Vitamin B6, Vitamin B12, Folsäure (Vitamin B9), sowie Betain und Cholin (aus z. B. Rote Bete, Spinat, Eier, Leinsamen)

Ein erhöhter Homocysteinwert deutet auf eine zu geringe Zufuhr dieser Mikronährstoffe, bei gleichzeitig hohem Proteinkonsum hin. Ein hoher Wert gilt als unabhängiger Risikomarker für neurodegenerative Erkrankungen. Eine britische Langzeitstudie (Smith et al., Am J Clin Nutr, 2010) zeigte, dass bereits leicht erhöhte Werte die Gehirnatrophie beschleunigen können – besonders in Regionen, die für Gedächtnis und Orientierung zuständig sind. Weitere Studien, z. B. aus The Lancet Neurology (2013), bestätigen die Korrelation zwischen erhöhtem Homocystein und dem Fortschreiten von Alzheimer-Erkrankungen. Bereits Werte über 9 µmol/l erhöhen laut Studien das Risiko für vaskuläre und neurologische Schäden!

Andere Krankheiten für ein hoher Homocystein-Spiegel als Risiko erhöhend gilt sind:
Kardiovaskuläre Erkrankungen: z. B. Atherosklerose, koronare Herzkrankheit (KHK), Bluthochdruck, Schlaganfälle. (Quelle: Homocysteine Studies Collaboration, JAMA, 2002)
Thromboserisiko durch Beeinflussung der Blutgerinnung
Schwangerschaftskomplikationen: Präeklampsie, Spontanaborte, Neuralrohrdefekte
Knochenerkrankungen: z. B. erhöhte Frakturanfälligkeit bei Osteoporose

Was sind normale und optimale Homocysteinwerte im Blut?
Optimaler Homocystein Wert wäre 5 – 8 µmol/l, noch akzeptabel (bei Jüngeren) bis 10, erhöht (therapiebedürftig) > 10, Hochrisiko > 15

Wie lässt sich Homocystein natürlich senken?
1. Ernährung
Mehr grüne Blattgemüse: Spinat, Mangold, Rucola, Brokkoli – reich an Folsäure
Hülsenfrüchte und Vollkorn: B-Vitamine und Ballaststoffe
Eier, Leber, Wildlachs, Sardinen: Vitamin B12
Rote Bete, Quinoa, Leinsamen: natürliche Quellen für Betain und Cholin
Wenig tierisches Protein, keine isolierten Eiweißpulver auf Caseinbasis

2. Mikronährstoff-Supplementierung
Folsäure (400–800 µg/d) – am besten als aktiviertes Folat (5-MTHF)
Vitamin B12 (500–1.000 µg/d) – ideal in Methylcobalamin-Form
Vitamin B6 (10–50 mg/d) – als Pyridoxal-5-Phosphat

Homocystein gehört ins Blutbild – unbedingt! Ein optimaler Homocysteinwert ist ein stiller Gesundheitsgarant – besonders fürs Gehirn und Herz. Mit gezielter Ernährung und Mikronährstoffen lässt sich der Wert meist gut normalisieren – und viele Risiken lassen sich damit effektiv minimieren.

Quelle: Gesundheitsbrief KW17 - 2025 von topfruits.de

Anmerkung Bernd Haber:
Schon im Jahr 2008 hat der Heilpraktiker Uwe Karstädt auf Homocystein hingewiesen
in seinem Buch "Die 7 Revolutionen der Medizin"