HAFER
Beta Glucan im Hafer - ein besonderer Ballaststoff. Eine Geheimwaffe für den Choloesterinspiegel.
Viele Schätze funkeln. Meistens sieht man ihnen an, dass sie etwas Besonderes sind. Das gilt oft auch für Lebensmittel. Viele „Superfoods“ wie Heidelbeeren fallen allein schon durch ihre leuchtende Farbe auf. Es geht aber auch unscheinbarer. Das beweist der Hafer, der aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ebenfalls sehr viel zu bieten hat. Haferkörner und -flocken sind so gesund, dass sie auf dem täglichen Speiseplan eigentlich nicht fehlen dürfen.
Unverdaulich gut
Die Begeisterung der Ernährungswissenschaft für Hafer basiert auf einem Ballaststoff, genaugenommen dem Beta-Glucan. Dies erscheint zunächst etwas überraschend. Ballaststoffe können vom menschlichen Organismus nicht aufgespalten und folgerichtig deshalb auch nicht verdaut werden. Zwar sind sie bekanntermaßen alles andere als unnützer Ballast, da sie die Darmgesundheit unterstützen, doch als „Superfood“ werden sie eher selten eingestuft. Da stellt sich ganz unweigerlich die Frage, was die Beta-Glucane so besonders macht.
Nährwertprofil des Hafers
- 13,5 Prozent - Hochwertiges Protein
- 76 Prozent - Wertvolle ungesättigte Fettsäuren
- 59 Prozent - Komplexe Kohenhydrate
- 4,5 Prozent - Ballaststoff Beta Glucan, senkt aktiv des Cholesterinspiegel
Ein natürlicher Trick gegen zu viel Cholesterin
Wissenschaftliche Studien haben es längst bewiesen: Das im Hafer enthaltene Beta-Glucan hat sowohl aus therapeutischer als auch präventiver Sicht äußerst positive Effekte für die Gesundheit. Seine besondere Fähigkeit entfaltet der wasserlösliche Ballaststoff im Fettstoffwechsel. Er kann nämlich einen erhöhten Cholesterinspiegel senken und auf einem gesunden Level halten. Damit wird einer der bedeutendsten Faktoren für koronare Herzerkrankungen neutralisiert. Ein erhöhter Cholesterinspiegel kann zu Ablagerungen sowie Verengungen in den Blutgefäßen führen und damit das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall signifikant er höhen. Anders als viele komplexe Stoffwechselprozesse in unserem Organismus lassen sich die Wirkungen der Beta-Glucane recht einfach und verständlich erklären. Und zwar so: Die Leber wandelt Cholesterin in Gallensäuren um, die anschließend in den Dünndarm abgegeben werden und dort die Fettverdauung unterstützen. Nach „getaner Arbeit“ gelangen die Gallensäuren zurück in die Leber. Die Möglichkeit, die Gallensäuren mehrfach einzusetzen, führt in logischer Konsequenz dazu, dass insgesamt nur sehr wenig Cholesterin für diesen Prozess benötigt wird und sich bei entsprechen der Zufuhr ein dauerhaft erhöhter Cholesterinspiegel bildet. Da kommen die Beta-Glucane gerade recht, denn sie binden die Gallensäuren und sorgen so dafür, dass diese vermehrt ausgeschieden werden und damit nicht mehr dauerhaft für die Fettverdauung zur Verfügung stehen. Folgerichtig muss also die Leber aus Cholesterin neue Gallensäuren produzieren. Damit sinkt der Cholesterinspiegel im Blut. Um von diesem gesundheitlichen Nutzen zu profitieren, bedarf es etwa 3g Beta-Glucane am Tag. Diese lassen sich bereits durch 50 g Haferkleie oder 70g Haferflocken erreichen.
Was Beta-Glucane sonst noch alles leisten können
Allein die Fähigkeit, einem erhöhten Cholesterinspie gel entgegenzuwirken, würde eine Empfehlung für eine tägliche Portion Haferflocken rechtfertigen. Aber die enthaltenen Beta-Glucane haben noch weitere Vorzüge für unseren Organismus. Einige davon stehen in direktem Zusammenhang mit unserer Darmgesundheit. Beta-Glucane sind tatsächlich eine willkommene
Energiequelle für die Bakterien im Dickdarm, wo sie in kurzkettige Fettsäuren umgewandelt werden. Diese Fettsäuren sind ebenfalls sehr nützlich, da sie als Nährstoff der Darmwandzellen dienen. Dies alles fördert sowohl den Erhalt einer natürlichen Darmflora als auch die Regeneration der Darmschleimhaut. Auf diese Weise wird der Bildung schädlicher pathogener Darmbakterien nach weislich entgegengewirkt. Darüber hinaus zeichnet sich Butyrat - eine der oben erwähnten kurzkettigen Fettsäuren - durch seine entzündungshemmenden Effekte aus. Oder anders formuliert: Menschen, die unter chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen leiden, sollten unbedingt für eine regelmäßige Zufuhr von Beta-Glucanen sorgen, um sich etwas Gutes zu tun. Das Gleiche gilt für alle diejenigen, die besonders auf ihren Blutzuckerspiegel achten müssen. Durch ihr hohes Quellvermögen können Beta-Glucane nämlich große Mengen Wasser binden. Das hat zur Folge, dass sich das Mahlzeitenvolumen erhöht, die Magenwand stärker gedehnt wird und es zu einer verzögerten Magenentleerung kommt. Dadurch wird zum einen das Sättigungsgefühl erhöht. Zum anderen werden die im Nahrungsbrei enthaltenen Nährstoffe langsamer resorbiert, was zu einem geringeren Anstieg des Blutzuckerspiegels und einer entsprechend reduzierten Insulin-Ausschüttung führt. Voraussetzung für diesen vor allem für alle Diabetes- Patienten willkommenen Effekt sind allerdings 4 g Beta- Glucane pro Tag.
Muss es ausschließlich Hafer sein?
Nein, muss es nicht, aber Hafer ist neben Gerste eindeutig die effektivste Quelle. Beta-Glucane sind ein natürlicher Zellbestandteil in verschiedenen Getreidesorten. Außerdem kommen sie noch in Bakterien, Pilzen, Algen und Hefen vor. Alle diese machen aber in der Regel nur einen sehr geringen Anteil in unserer Nahrung aus. Insofern sind wir schon auf Getreide an gewiesen, wenn wir die empfohlene Menge von täglich mindestens 3 g Beta-Glucanen zu uns nehmen wollen. Betrachtet man den Gehalt verschiedener Brotgetreidesorten wird ein erheblicher Unterschied unmittelbar ersichtlich. Hafer hat einen Beta-Glucan-Anteil von 4,5%. Bei Roggen liegt er nur bei etwa der Hälfte (2,3%). Weizen, das auf einen Anteil von 0,8% kommt, schneidet in dieser Kategorie noch deutlich schlechter ab. Nur Gerste weist einen ähnlich hohen Wert auf wie Hafer, verfügt aber über eine deutlich geringere Präsenz im Be reich der Lebensmittel. Insbesondere Haferflocken lassen sich wunderbar in Müsli, Porridge, Joghurt, Shake oder Smoothie integrieren. Das ist einfach, kostet nicht viel und lohnt sich in jeder Hinsicht. Guten Appetit.
Quelle: Cellagon Lieblingsblatt #11