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NAD+ (Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid) ist ein wichtiges körpereigenes Molekül, das in jeder Zelle vorkommt und zentrale Funktionen im Energiestoffwechsel erfüllt. Die Vermarktung mit Aussagen wie "neue Lebensenergie" und "strahlende Schönheit" sind allerdings eine typische Vermarktungssprache, die weit über die wissenschaftlichen Belege hinausgehen. Allerdings muss man dem Coenzym bestätigen, dass es für den Energiestoffwechsel von hoher Bedeutung ist. 

Es ist also eine genauere Betrachtung wert. 

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Was NAD+ aus wissenschaftlicher Sicht

NAD+ ist ein Coenzym, das essentiell für den Energiestoffwechsel in den Mitochondrien ist. Es fungiert als Elektronenüberträger bei der ATP-Produktion und ist wichtig für DNA-Reparaturprozesse sowie die Aktivierung von Sirtuinen, Proteinen die mit Langlebigkeit in Verbindung gebracht werden.​

Mit dem Alter sinkt der NAD+-Spiegel tatsächlich dramatisch: Mit 50 Jahren haben wir nur noch etwa die Hälfte, mit 80 Jahren nur noch 1-10% der ursprünglichen Werte. Dieser Rückgang wird mit altersbedingten Erkrankungen, verminderter Energieproduktion und schlechteren DNA-Reparaturmechanismen in Verbindung gebracht.​

Wissenschaftliche Evidenz und Grenzen

Studien zeigen, dass NAD+-Vorläufer wie Nicotinamid-Ribosid (NR) oder NMN (Nicotinamid-Mononukleotid) den NAD+-Spiegel erhöhen können. Erste Forschungen deuten auf potenzielle Vorteile bei:​

  • Verbesserung der mitochondrialen Funktion
  • Unterstützung der DNA-Reparatur
  • Mögliche positive Effekte bei kardiovaskulären Erkrankungen​

Aber: Die meisten Studien wurden bisher an Tieren durchgeführt.
Klinische Studien am Menschen sind noch begrenzt und zeigen gemischte Ergebnisse.​

 

Kritische Einordnung

Das Deutsche Krebsforschungszentrum warnt vor übertriebenen Versprechen bei NAD+-Supplementen, insbesondere bei schwerwiegenden Erkrankungen. Die euphorischen Behauptungen über "effektivsten Weg zu neuer Lebensenergie" und "strahlende Schönheit" sind typisches Anti-Aging-Marketing ohne ausreichende wissenschaftliche Grundlage.​
NAD+ ist ein wichtiges Molekül mit berechtigtem wissenschaftlichem Interesse, aber die vermarkteten "Wunder-Effekte" sind weit übertrieben. Die Forschung steckt noch in den Kinderschuhen, und viele der beworbenen Vorteile sind nicht belegt. Skepsis bei solchen vollmundigen Versprechen ist durchaus angebracht.​

 

Wie lässt sich der NAD+ Gehalt natürlich erhöhen?

Der NAD+-Spiegel im Körper lässt sich durch gezielte Lebensstilmaßnahmen und bestimmte Nährstoffe auf natürliche Weise unterstützen. Wissenschaftlich belegt sind vor allem folgende Wege:

Bewegung und Sport

Regelmäßige körperliche Aktivität – besonders Ausdauer- und Krafttraining – erhöht die Aktivität der Mitochondrien und regt die Enzyme an, die für die NAD+-Produktion benötigt werden.​

Intervallfasten und Kalorienrestriktion

Methoden wie Intervallfasten (z. B. 16:8) oder eine leicht reduzierte Kalorienaufnahme aktivieren NAD+-produzierende Enzyme im Körper. Diese Stoffwechselanpassung konnte sowohl im Tierversuch als auch in ersten Humanstudien nachgewiesen werden.​

Schlaf und Stressmanagement

Guter, regelmäßiger Schlaf unterstützt die circadianen Rhythmen der Zellen, die eng mit NAD+ und der Zellregeneration verbunden sind.
Auch Stressreduktion erhält die NAD+-Speicher länger aufrecht.​

Ernährung

Vitamin B3 (Niacin), Tryptophan und pflanzliche Quellen
NAD+ kann aus verschiedenen Vorstufen im Körper gebildet werden. Geeignete Lebensmittel sind:

  • Vitamin-B3-reiche Produkte: Erdnüsse, Pilze, grünes Blattgemüse​ (auch in Geflügel, Fisch, Eier)
  • Milchprodukte als Quelle für Nicotinamid-Ribosid (NR) (Vorsicht bei Milchprodukten) 
  • Vollkornprodukte​
  • Tryptophanreiche Lebensmittel wie Soja, Hafer, Nüsse

Kälte- und Hitzereize (Hormesis)

Kleine Dosen Stress durch Kälte (Wechselduschen, Eisbäder) oder Wärmereize (Sauna) fördern körpereigene Anpassungsmechanismen und damit auch den NAD+-Stoffwechsel.​

Das klingt alles nach der chinesischen Lebenspflege Yang Sheng und ist schon seit mehr als 2000 Jahren bekannt. 
Wer sich ausgewogen ernährt (Vitamin B3!), regelmäßig bewegt, Intervallfasten betreibt, gut schläft und mit Stress umzugehen weiß, hält seinen NAD+-Spiegel natürlich auf einem hohen Niveau.
Ergänzende Präparate (NMN, NR) können zusätzlich helfen – ihre langfristige Wirkung beim Menschen ist jedoch noch Gegenstand der Forschung.

 

Welche Entspannungstechniken helfen, NAD+-Abbau zu verlangsamen

Effektives Stressmanagement ist ein wichtiger Faktor, um den NAD+-Abbau im Körper zu verlangsamen, da Stress und die damit verbundenen hormonellen Prozesse direkt zu einem erhöhten Verbrauch und Abbau von NAD+ führen können.

Besonders wirksam sind folgende Entspannungstechniken:​

1. Achtsamkeit und Meditation

Regelmäßige Achtsamkeitsübungen (Mindfulness, Meditation) senken nachweislich Stresshormone wie Cortisol, stabilisieren die circadianen Rhythmen und reduzieren so oxidativen Stress, der NAD+ abbaut. Studien konnten zeigen, dass Achtsamkeit und Meditation funktionelle und strukturelle Anpassungen im Gehirn bewirken, die Stressresistenz und Regeneration fördern.​

2. Atemübungen und progressive Muskelentspannung

Gezielte Atemtechniken (z. B. Tiefenatmung, 4-7-8-Atmung) und Muskelentspannung nach Jacobson helfen, das autonome Nervensystem zu beruhigen und die zelluläre Energie besser auszubalancieren, was indirekt dem NAD+-Haushalt zugutekommt.​

3. Tai Chi und Qi Gong, Yoga

Diese Techniken kombinieren Bewegung, Atmung und Meditation und sind sowohl in westlichen als auch in asiatischen Studien bei Stressabbau, antioxidativer Kapazität und zellulärer Regeneration nachweislich wirksam.​ TAICHI DOJO

4. Schlafoptimierung

Erholsamer Schlaf ist für den NAD+-Stoffwechsel entscheidend, da die Regeneration und die Aktivität der Reparaturenzyme im Schlaf am höchsten sind.​

Alle oben genannten Verfahren helfen, Stress-Spitzen zu vermeiden, den oxidativen Verbrauch von NAD+ zu verringern und so eine gesunde NAD+-Regulation zu unterstützen. Oxidativer Stress kann auch durch Ernährung reduziert werden. Die Stärkung des parasympathischen Nervensystems durch diese Techniken ist eine empfehlenswerte, natürliche Methode für mehr Zellenergie und allgemeines Wohlbefinden und ist damit auch nur angewandetes, uraltes Wissen.  ;-)
Zugegeben Yang Sheng wusste noch nichts von NAD+, von Spermidin oder Fisetin, aber schon sehr viel darüber mit welchem Lebensstil ein langes glückliches Leben möglich ist. Interessant dabei ist, dass genau diese uralten Erkenntnisse mit den neusten wissenschaftlichen Entdeckung übereinstimmen. 

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